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Interpellation Steiner/Blättler - ambulante Langzeitpflege

Pflege braucht Lösungen – keine Pflegeheimplanwirtschaft

2026

Die Langzeitpflege ist eine der grössten sozial- und finanzpolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre. Immer mehr Menschen werden auf Unterstützung angewiesen sein, während Fachkräfte fehlen und die Kosten steigen. Trotzdem wird die Pflegepolitik oft noch fragmentiert, historisch gewachsen und zu wenig vergleichbar gesteuert. Genau hier setzt meine Interpellation zur Langzeitpflege in Nidwalden an.

Warum ich diese Interpellation eingereicht habe
Mir geht es nicht um Kritik an einzelnen Institutionen oder Akteuren. Im Gegenteil: Nidwalden verfügt über engagierte Pflegefachpersonen, funktionierende Angebote und viel Erfahrung. Was jedoch fehlt, ist eine systematische Gesamtbetrachtung der Langzeitpflege über alle Versorgungsformen hinweg.

Heute wird zu oft isoliert geplant: stationär hier, ambulant dort, Finanzierung dazwischen. Das erschwert Vergleiche, verhindert echte Steuerung und macht es schwierig, frühzeitig auf Fehlentwicklungen zu reagieren. Meine Interpellation stellt deshalb bewusst grundlegende Fragen zur Vergleichbarkeit, Transparenz und Koordination.

Daten statt Bauchgefühl
Eine zukunftsfähige Pflegepolitik braucht belastbare Grundlagen. Wer steuern will, muss wissen:
- Wo entstehen welche Kosten – und warum?
- Wie unterscheiden sich Angebote in Qualität, Effizienz und Wirkung?
- Welche Versorgungsformen entlasten das Gesamtsystem wirklich?

Daten sind kein Selbstzweck. Sie sind Voraussetzung dafür, dass politische Entscheide sachlich, fair und nachvollziehbar getroffen werden können. Liberale Politik heisst für mich: Entscheidungen auf Fakten abstützen – nicht auf Einzelinteressen oder kurzfristigen Druck.

Integrierte Versorgung statt Silodenken
Ein zentraler Punkt meiner Interpellation ist die integrierte Betrachtung der Langzeitpflege. Ambulante Angebote, betreutes Wohnen, Tagesstrukturen und stationäre Pflege dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Entscheidend ist, dass Menschen zur richtigen Zeit die richtige Unterstützung erhalten.

Gerade ambulante und intermediäre Angebote können dazu beitragen, Selbstständigkeit länger zu erhalten, Lebensqualität zu steigern und Kosten zu dämpfen. Doch dafür braucht es klare Zuständigkeiten, abgestimmte Planung und den Mut, neue Modelle zuzulassen.

Finanzierung ehrlich diskutieren
Die Pflegefinanzierung ist komplex – und das soll sie nicht bleiben. Heute tragen Krankenversicherer, Betroffene und der Kanton gemeinsam die Pflegekosten, während Pensions- und Betreuungskosten bei den Bewohnenden liegen. Dieses System ist erklärbar, aber für viele Menschen schwer verständlich.

Transparenz ist deshalb zentral. Nur wenn klar ist, wer wofür bezahlt, lassen sich falsche Anreize erkennen und korrigieren. Verschleierung hilft niemandem – weder den Pflegebedürftigen noch den Steuerzahlenden.

Liberale Pflegepolitik: Verantwortung statt Verstaatlichung
Meine Interpellation ist bewusst kein Ruf nach neuen kantonalen Strukturen oder zusätzlicher Regulierung. Sie ist ein Plädoyer für:
- klare Rollen von Kanton, Gemeinden und Leistungserbringern
- gezielte Steuerung statt Detailvorgaben
- Innovation und Digitalisierung dort, wo sie echten Mehrwert bringen

Pflege ist Beziehungsarbeit. Sie braucht Vertrauen, Professionalität und Handlungsspielraum – nicht immer neue Vorschriften.

Die Langzeitpflege entscheidet darüber, wie wir in Zukunft altern – und wie solidarisch und effizient unser System wirklich ist. Wer Verantwortung trägt, muss bereit sein, unbequeme Fragen zu stellen und über gewohnte Denkmuster hinauszugehen.

Ich setze mich ein für eine Pflegepolitik, die:
- koordiniert statt fragmentiert
- datenbasiert statt gefühlt
- menschlich statt bürokratisch ist

Das ist für mich liberale Politik – auch und gerade in der Langzeitpflege.

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