Die Langzeitpflege braucht eine gemeinsame Sicht auf Versorgung, Qualität und Finanzierung. Meine Interpellation zur Langzeitpflege in Nidwalden fragt deshalb nach Vergleichbarkeit, Transparenz und Koordination.
Engagierte Pflegefachpersonen, funktionierende Angebote und viel Erfahrung bilden eine wichtige Grundlage. Aus meiner Sicht fehlt jedoch eine systematische Gesamtbetrachtung über die verschiedenen Versorgungsformen hinweg.
Belastbare Grundlagen schaffen
Wer steuern will, muss wissen, wo Kosten entstehen, wie sich Qualität und Wirkung unterscheiden und welche Angebote das Gesamtsystem entlasten. Daten sollen politische Entscheide sachlich, fair und nachvollziehbar machen.
- Wo entstehen welche Kosten – und warum?
- Wie unterscheiden sich Angebote in Qualität, Effizienz und Wirkung?
- Welche Versorgungsformen entlasten das Gesamtsystem?
Versorgung gemeinsam planen
Ambulante Angebote, betreutes Wohnen, Tagesstrukturen und stationäre Pflege sollen sich ergänzen. Entscheidend ist, dass Menschen zur richtigen Zeit die passende Unterstützung erhalten.
Ambulante und intermediäre Angebote können die Selbstständigkeit unterstützen. Welche Wirkung sie auf Lebensqualität und Gesamtkosten haben, muss anhand des jeweiligen Angebots beurteilt werden. Dafür braucht es klare Zuständigkeiten, abgestimmte Planung und Raum für neue Modelle.
Finanzierung transparent machen
Pflegekosten werden von Krankenversicherern, Betroffenen und der öffentlichen Hand getragen. Pensions- und Betreuungskosten sind davon zu unterscheiden. Die konkrete Aufgaben- und Finanzierungsverteilung muss nachvollziehbar erklärt werden.
Nur wenn klar ist, wer wofür bezahlt, lassen sich Fehlanreize erkennen und korrigieren. Transparenz hilft Pflegebedürftigen, Angehörigen, Leistungserbringern und Steuerzahlenden.
Liberale Pflegepolitik
Ich fordere klare Rollen von Kanton, Gemeinden und Leistungserbringern, gezielte Steuerung und Innovation dort, wo sie einen nachweisbaren Nutzen bringt. Meine Interpellation ist ein Plädoyer für Koordination und Verantwortung.
Pflege ist Beziehungsarbeit. Sie braucht Vertrauen, Professionalität und Handlungsspielraum. Ich setze mich für eine Pflegepolitik ein, die datenbasiert entscheidet, Versorgung gemeinsam plant und den Menschen in den Mittelpunkt stellt.
